Vor allem der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Eier und einer Erhöhung des Cholesterinspiegels steht vielfach zur Diskussion. Dazu sei aus ernährungsmedizinischer Sicht
folgendes gesagt:
Das Hühnerei stellt mit seinem Mix aus vielen wichtigen Nährstoffen ein wichtiges Nahrungsmittel in
einer ausgewogenen Ernährung dar. Zum einen ist es durch seinen relativ hohen Anteil an Eiweiß(10g/100g) und seinem günstigen Aminosäuremuster ein qualitativ hochwertiger Eiweißlieferant, zum
anderen enthält es nennenswerte Mengen an:
- Einfach (Ölsäure) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure, α-Linolensäure)
- Vitamin A, D, K, B2, B12, Folsäure und dem Spurenelement Selen
- antioxidativ wirksamen Farbstoffen wie Lutein und Zeaxanthin
- Lecithin und Cholin (wichtig für die normale Entwicklung des Gehirns)
Entgegen der landläufigen Meinung erhöhen Eier nicht den Cholesterinspiegel. Erstens wird das Cholesterin des Eidotters sowieso kaum resorbiert, weil es in Lecithin "verpackt" ist. Zweitens hat Nahrungscholesterin ohnehin nur einen geringen Einfluss auf den Cholesterinspiegel, weil der Großteil des Cholesterins vom Körper selbst (v.a. in der Leber) produziert wird und zwischen der endogenen, also körpereigenen Cholesterin-Biosynthese und der exogenen Zufuhr von Nahrungscholesterin eine negative Rückkopplung besteht: Wird viel Cholesterin über die Nahrung zugeführt, drosselt die Leber die Cholesterinsynthese und umgekehrt. Der Cholesterinspiegel bzw. das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin (dem "guten" Cholesterin) ist genetisch festgelegt und wird durch Ubergewicht (Zunahme des viszeralen Fettgewebes) verschlechtert bzw. kann es durch Abbau von Übergewicht (Reduktion von viszeralem Körperfett) und regelmäßiger (intensiverer) Sportausübung verbessert werden. Cholesterin ist ein ganz wichtiger Grundbaustein im Stoffwechsel (z.b. für alle Steroidhormone) und darf nicht von vornherein als "schlecht" angesehen werden.
