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Freitag, 4. Februar 2011

Macht Fett wirklich fett & krank?

Wie zweifelhafte Studien eine ganze Generation verwirrten.


Seit ca. 1950 gilt das Dogma, das fettreiche Ernährung dick und krank macht. Dieser Rückschluss liegt nahe, da Fett im Gegensatz zu Proteinen und Kohlenhydraten im Vergleich die doppelte Menge Kalorien liefert. Zudem fand man heraus, dass erhöhte Blutfettwerte eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Herz- und Hirninfarkten spielt.
1953 wurden die Fette erstmals wissenschaftlich angeklagt. Der amerikanische Physiologe Prof. Keys veröffentliche einen Aufsatz zum Thema Arteriosklerose.
Als Erklärung, warum bei insgesamt wachsender Lebenserwartung in den USA immer mehr Menschen an Herzerkrankungen starben, präsentierte er einen Vergleich von Fettverzehr und Infarktsterblichkeit in 6 Ländern (USA, Kanada, England, Italien, Australien, Japan).
Ergebnis: Je höher die Fettaufnahme, desto höher die Infarktrate.
Keys fand das so bemerkenswert, das er von da an verkündete, fettreiche Ernährung verursachte Herzerkrankungen.
Viele seine Kollegen waren skeptisch - aus guten Gründen.
Vergleiche von Durchschnittswerten sind generell fragwürdig. Übertrieben gesagt isst vielleicht die Hälfte der Bevölkerung ganz viel und die andere gar kein Fett-der Mittelwert würde die Tatsache völlig verwischen.
Außerdem, selbst wenn A: viel Fett gegessen wird und B: viele Menschen an Herzerkrankung leiden, muss es noch lange keinen Kausalzusammenhang zwischen diesen beiden Phänomenen geben!
Viel gravierender war es jedoch, dass Keys sich genau die 6 Länder heraus gesucht hatte die zu seiner Hypothese passten. Hätte er dagegen alle 22 Länder verglichen, für die damals Daten verfügbar waren, hätte sich seine Behauptung nicht bestätigt.
Doch trotz der Argumentationsschwäche nahm die Verbreitung der Anti-Fett Botschaft fahrt auf. Nachdem die Medien darauf aufmerksam wurden, war die Botschaft nun in aller Munde.
Keys veröffentlichte noch eine Sieben – Länder – Studie, wonach speziell die gesättigten Fette in tierischen Nahrungsmitteln für hohe Cholesterinwerte und Herzinfarkte verantwortlich seien. Diese Studie stand ebenfalls auf wackligen Beinen, wie sein erster Ländervergleich.
Je schlechter die Fette angesehen waren, desto mehr wurden die Kohlenhydrate gelobt. An Vollkornprodukten wollte man sich satt essen, dass sei nicht nur gesund, sondern würde auch schlank machen. Die in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts verbreitete Ansicht, dass zuviel Kohlenhydrate , vor allen in Form von Weißmehl und Zucker, Figur und Gesundheit gefährlich werden könnten, wurde immer mehr verdrängt.
Die These, dass fettreiches Essen Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkte und Krebs verursachen würde, hat sich mittlerweile verflüchtigt, nur wird es nicht deutlich genug gesagt; vom Zusammenhang zwischen Fett, Kohlenhydraten und Übergewicht ganz zu schweigen

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